Das Schneechaos ist das letztes Existenzial des modernen Menschen

Das sogenannte Schneechaos in Europa, das derzeit alle Medien und Twitters dieser Hemisphäre füllt, ist das letzte existenziale Lebensgefühl von Menschen in einer hochmodernen Industriegesellschaft, deren reibungsloses Funktionieren üblicherweise für Ruhe und Beruhigung sorgt. Zwar lamentieren die besorgten Bürger über die Probleme, die der Schnee bringt, aber in dem Versagen der Technik erkennt der Mensch, dass diese Technik nicht perfekt ist. Sie zwingt ihn zu einer auf sich selbst geworfenen Reflexikon, zu der er ohne “das Problem” nicht gekommen wäre.

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Das ist unser Haus: Ein Aufruf zum Aufbruch in neue Stadtviertel.

Der Refrain des bekannten Rauch-Haus-Songs von Ton Steine Scherben lautet:

Doch die Leute im Rauch-Haus
riefen: “Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.

Genau an diesen Refrain musste ich permanent denken, als ich die Dokumentation im RBB über die Sanierung der Lychenerstr. 64 im Prenzlauer Berg gesehen habe. Den Trailer dazu gibts auf Youtube:

Ohne Zweifel hat in den letzten 10 Jahren eine enorme Gentrifizierung im Prenzlauer Berg stattgefunden.  So muss der berühmte alte Knaak-Club nach 59 Jahren wegen der Lautstärke schließen und im Roten Salon der Volksbühne dürfen keine lauten Konzerte mehr stattfinden. Das stört die neue Bionade-Bourgeosie. Eine Dokumentation aus dem Jahre 2009 fasst diese Entwicklung kongenial zusammen, zumindest einen 10 minütigen Ausschnitt gibt es dazu auf Youtube und er ist äußerst sehenswert:

Zugleich hat ein User auf Youtube mittlerweile nette alte Bilder und Musik aus Osttagen hochgeladen. Das sind wunderbare Bilder, auch wenn sie doch ein wenig zu sehr ostalgischen Charakter verströmen, aber die Musik von Reinhard Lakomy macht es wirklich sehr sehenswert:

Vermutlich ist es also richtig, dass die alten Bewohner durch die neue Bionade-Bourgeosie im Prenzlauer-Berg verdrängt werden und dass dieser Prozess neuerdings auch in Friedrichshain und in Kreuzberg voll an Fahrt aufgenommen hat. Genauso scheint es mir aber auch so zu sein, dass die alternative Attraktivität im Prenzlauer-Berg mit dem Wegzug der vielen Lebenskünstler fallen wird. Das mag noch 5 oder 10 Jahre dauern, aber es wird so sicher eintreten wie in SOHO.

So, wie zu Zeiten vor, während und kurz nach der Wende wird es aber nie wieder sein. Das war eine historisch einmalige Situation, weil sich die DDR vor der Wende nicht um die “kapitalistisch errichteten” Gründerzeithäuser kümmern wollte und nach der Wende es der neue Senat noch nicht konnte. Damit sollte sich sowohl die kämpferische “Das ist unser Haus!” als auch die ostalgische Fraktion “Vor der Invasion” abfinden, auch wenn sie mit ihrer Analyse durchaus richtig liegen.

Es anders zu machen, ist aber auch nicht ganz leicht, wie man an der Entwicklung von Kopenhagens Christiania ablesen kann (Achtung 4 Teile auf Youtube!):

Denn wer in den letzten Jahren einmal dort gewesen ist, weiß, wie aus autonomen Hausbesetzern eigentlich ganz passable Hausbesitzer geworden sind. Viele der Bewohner versuchen sich durchaus vollkommen verständlich vor Touristen, Dealern und Rockerbanden abzugrenzen. Sie haben ein durchaus bürgerliches Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug und möchten vor allem so wenig Geld wie möglich für ein schönes Wohnen zahlen. Christiania ist mittlerweile zu einem “exquisiten Dorf” geworden.

Am Ende lassen sich die Probleme, die hier nur anhand einiger Beispiele aufgerissen worden sind, auch kaum wirklich unrevolutionär lösen, da sie Fragen von Eigentum und Gesellschaftsordnung berühren, die man nur dann ändern sollte, wenn man sich sicher ist, dass es danach allen Menschen besser geht als vorher. Und da bin ich mir durchaus nicht ganz sicher, wenn ich mir die Revolutionäre von heute ansehe, denen es doch meist selbst nur darum geht, möglichst viel vom Kuchen abzubekommen.

Einen sehr konstruktiven Umgang mit dieser gesellschaftlichen Frage dagegen fand ich immer im Freiburger Mietshäuser Syndikat realisiert. Ob das Projekt am Ende die hier genannten Probleme lösen könnte, die sich zuletzt im Prenzlauer-Berg wieder einmal gezeigt haben, weiß ich nicht. Aber ich möchte alle Unzufriedenen dazu auffordern, sich nicht destruktiv mit der Situation auseinanderzusetzen, sondern konstruktiv. Das könnte bedeuten, solche Haus GmbHs zu gründen, es bedeutet aber in jedem Fall : Zu beweisen, dass man es wirklich besser machen kann. Denn es gibts nichts Gutes, außer man tut es: Auf in neue Stadtviertel, der Wedding, Moabit oder Köpenick z.B. haben es in Berlin lange schon einmal verdient das neue Prenzlauer Berg zu werden.

Und wie man hört, sieht und liest ist eh Neukölln oder besser: Kreuzkölln (so steht es schon im Lonely Planet) bereits das neueste Szeneentwicklungsgebiet geworden, während der Prenzlauer-Berg seltsame postgentrifizierte Konflikte um die mittlerweile Castingalle genannte Kastanienallee erlebt. Hier hat sich mit Kastanie21 ein Bürgerprotest gegen die Erneuerung des Bürgersteigs in der Straße gebildet. Ein Schlichter ist auch schon bestellt, während die alte Kulturszene im Prenzlauer-Berg Rückzugsgefechte führt. Also, Probleme ham die.

Update: Zwischenzeitlich ist es zur Räumung der Liebigstr. 14 in Friedrichshain gekommen. Die Räumung hat auf vielen Seiten für böses Blut gesorgt und in der Tat sind die Hausbesitzer hier nicht eben sympathisch, um nicht zu sagen ausgesprochen unsympathisch. Einen der interessantesten und ausgewogenensten Artikel gab es dazu jedoch in der Berliner Zeitung: “Unser kleines Kairo“. Dem Autor ist nur zuzustimmen, wenn er darstellt, dass es in Berlin genügend Freiräume gibt, die man verändern und formen kann.

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Auch #Kuba kann #Wikipedia: ht…

Auch #Kuba kann #Wikipedia http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:out-of-office-kuba-kann-auch-wikipedia/50205545.html

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iPad-Revolution

Und gleich noch eine Beichte: Das iPad ist auch so ein Gerät, das ich anfangs vollkommen unterschätzt habe. Zum einen dachte, dass die Geräteklasse Tablet-PC ja immerhin schon etwas älter ist und dann konnte ich mir nicht vorstellen, wie man mit einem Paid-Content-Modell für Software, die man anderswo kostenlos bekommt, erfolgreich sein kann. Von dem geschlossenen Softwaremodell des iPad, bei dem man nur installieren darf, was Apple mag, man ganz zu schweigen.

Aber das iPad ist eine echte Revolution, weil dieses Gerät einfach so furchtbar smart ist. Das Gerät ist leicht und kann auch im Bett benutzt werden, es ist immer an, braucht also nicht gebootet zu werden. Es ist schnell und der Akku hält sehr lange durch. Es gibt keine Lüfter und die Bedienung mit Gesten ist so kinderleicht, dass man einfach keine Bedienungsanleitung dazu braucht, wie man immer wieder an Kindern sehen kann, die das Gerät zum ersten mal in die Hand nehmen.

Kurzum, der Hype um dieses Gerät ist absolut gerechtfertigt und erst, wenn das erste Gerät mit Android herauskommt, das auch nur annähernd so leicht und flüssig zu bedienen ist, erst dann erwächst Apple in diesem Marktsegment eine echte Konkurrenz. So lange nutze ich die kongenialen Apps wie Dropbox, Flipboard, den Browser und einige Spiele, die auch seit dem Zeitalter des C-64 das erste mal wieder richtig Spaß machen.

Auch die jüngst von Apple zur App des Jahres gekürte Welt HD-App finde ich sehr beachtenswert. Hier wird wirklich zum ersten Mal das Konzept realisiert, 4xtäglich journalistisch abgeschlossene “Zeitungen” zum Download anzubieten und nicht einfach entweder nur die Zeitung als App anzubieten oder aber nur die Webseite auf die App zu bringen. Denn am Ende des Tages mag es zwar immer News-Junkies geben, die einen absolut schnellen Zugang zu jeder neuen Informationen haben wollen (das sind die, die in Twitter sehr gut aufgehoben sind) und es mag die normalen Büro- und Privatanwender geben, die sich im Onlinezeitalter nicht auf ein journalistischen Format festlegen lassen wollen und für die die Onlineseiten perfekt sind, aber es gibt eben auch zunehmend Menschen, die zwar aktuell informiert werden wollen, aber eine abgeschlossene Einheit suchen und für die ist doch dieses Konzept eigentlich genau geeignet. Ich denke, dass sich die journalistischen Apps auf kurz oder lang alle in genau diese Richtung bewegen werden.

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Wikileaks-Wars: Wikileaks, Ope…

Wikileaks-Wars: Wikileaks, Openleaks, indileaks: http://bit.ly/fSDoQJ und germanleaks.de ist auch schon reserviert ;-) ) # wikileaks

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Twitter-Revolution: Ich broadcaste, also bin ich

Ich muss gestehen, dass ich diesmal vielleicht länger als andere gebraucht habe, um die Relevanz von Twitter wirklich zu verstehen. Klar habe ich mir schon vor Jahren die Konzepte von Twitter angesehen. Das gehört einfach zum professionellen Umgang mit dem Internet dazu und Internet-Professionel schimpfe ich mich schließlich. Auch hatte ich sowohl das Konzept des Activity-Streams, auf den Facebook ja mittlerweile ein Patent hält, durchaus ebenso verstanden wie das Konzept von unidirektionalen (im Gegensatz zu Facebooks bidirektionalen) Freundschaftsbeziehungen. Aber die MachtGeschwindigkeit und Wirkkraft, die hinter genau diesem Konzept steht, ist enorm. Ich halte sie auch für noch mächtiger als die letztliche geschlossenen Beziehungskonzepte von Facebook oder Xing. Twitter ist offen, unbegrenzt und einfach.

Der Nutzer kann vor allem auch ganz einfach Teil dieser Bewegung sein, ohne eingeladen werden zu müssen. Er kann Teilhabe erfahren, ohne selbst aktiv teilnehmen zu müssen. Zugleich kann er aber auch alle erreichen, seine Meinungen, Wahrheiten und Gefühle broadcasten. E-Mail war gestern, heute broadcasten wir, also sind wir!

Zum Verständnis wirklich beigetragen haben z.B. auch folgende Visualisierungen: Akshay Java zeigt in seinem Blog, wie explosionsartig sich manche Meldungen verbreiten, die dann etwa bei popurls.com auch den Weg nach ganz oben finden. Explosionsartig sind aber nicht nur einzelne Meldungen, sondern manche Nutzer sind auch geradezu Leuchttürme. Man kann sich dazu etwa die deutschen Twittercharts, besser aber noch die deutschen Twittercharts der Aktiven, ansehen oder dieses Tool hier benutzen. Einen netten Überblick bieten auch die Visualisierungsammlungen von flowingdata.com.

Das einzige, was bei Twitter definitiv nervt, ist die Begrenzung auf 160 Zeichen. Daher habe ich nun diesen Blog hier mit einer echten Zweiwegeintegration zwischen Twitter und WordPress aufgesetzt!

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Lob der Open-Source: Neue Software hat das Internet

In der vergangenen Woche habe ich seit längerem mal wieder neue Open-Source-Software aufgesetzt: WordPress und Coppermine. WordPress für diesen Blog unter der URL paketverlust.de und Coppermine für die Bild- und Videocommunity unter der URL digitaria.de.

Also, großes Lob, 2 Stücke Software, die nicht nur extrem leicht zu installieren, sondern die auch sehr nützlich und im Backend absolut einfach und intuitiv zu bedienen sind. Beide sind über Plugins praktisch und leicht zu erweitern. Das ist wirklich Open-Source-Softwareentwicklung at its best! Danke!

Und die Security-Probleme von WordPress scheinen auch langsam der Vergangenheit anzugehören. Das ist noch besser. Und wo wir schon mal beim Lob sind. Noch 2 Highlights der Open-Source-Produkte sind selbstverständlich Mediawiki und PHPbb. Was wäre das Internet ohne diese 4 Arten von Software? Auf jeden Fall ein ganzes Stück armer an Produktivität. Habe ich eine Software vergessen? Was sind eure Highlights? Postet sie doch mal hier …

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Ich muss sagen, das hätte ich…

Ich muss sagen, das hätte ich nicht gedacht: Anonymer Upload bei der WAZ ab sofort möglich: http://bit.ly/f19daV #wikileaks

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Paketverlust

einen kurzen Augenblick, bitte! Der Paketverlust-Blog wird gerade aufgesetzt. Jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne.

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