Berlin ist, wenn …

ist eine Werbekampagne der Berliner Morgenpost, die seit 2010 Berliner zu Wort kommen lässt, um das Lebensgefühl in Berlin zu schildern. Der Grundtenor soll trotz aller großstädtischen Hektik und Kuriosität vor allem das Liebenswerte und Einzigartige der Stadt hervorheben. Da will ich nicht zurückstehen:

Berlin ist, wenn man sein Kind nur noch für vier Monate in die Kita schicken will und das Amt den Lohnsteuerbescheid, den Arbeitsvertrag, eine Bescheinigung des Arbeitgebers über die Beschäftigungszeiten und eine Kopie des Kontoauszugs zum Beleg der Kindergeldhöhe in Kopie erhalten will und dann auch noch 6 Wochen Bearbeitungszeit in Aussicht gestellt bekommt und das alles nur mit einem Lächeln hinnimmt.

Das weckt darüber hinaus die Erinnerung an stille Stunden auf dem Einwohnermeldeamt, in denen man darüber nachdenken durfte, wie man noch einmal ganz ans Ende der Warteschlange kam, da das Passfotos der behördlichen Normierung nicht standgehalten hatte und die Geburtsurkunde allen Ernstes zu “zu alt” (=vom Tag meiner Geburt) war.

Wenn Berlin sparen möchte, dann bitte zuerst an dieser unwirklichen Bürokratie.

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