“Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann …

wären sie verboten”, so will es der linksradikale Volksmund. Aber stimmt da?

Nein, es stimmt so nicht. Es ist eine bequeme Haltung so zu tun, dass durch demokratische Prozesse keine grundlegenden Änderungen an unserem Wirtschaftssystem oder unserer Grundordnung herauskommen könnten. Eine Haltung, die sich in pseudo radikalkritischer Distanz übt, ohne sich einmischen zu müssen.

Es stimmt zwar, dass Veränderungen unserer Ordnung Grenzen gesetzt sind, doch diese Grenzen sind relativ weit gefasst. So hat beispielsweise das Bundesverfassungsgericht einmal festgestellt, dass so lange die Grundlagen einer Eigentumsordnung in Deutschland unangetastet blieben, die Wirtschaftsordnung sehr wohl weitgehend umgestaltet werden könne, z. B. so, dass der Staat große Teile der Wirtschaft steuern könnte.

Also, Wahlen können etwas, sogar sehr viel verändern. Was aber viel grundlegender felsenfest zementiert ist, ist z.B. die Bildungsordnung, die einer Änderung unserer Gesellschaft immer vorausgehen würde. Felsenfest zementiert ist auch die Meinungsordnung, die einer Änderung unserer Gesellschaft immer vorausgehen würde.

Es ist also faktisch zwar richtig, dass Wahlen nichts ändern werden, aber, so müsste angefügt werden, nur so lange die Wählenden nicht in die Lage versetzt worden sind, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wer also glaubt, dass unsere Gesellschaft verändert werden muss, der sollte tatsächlich nicht zuerst auf Wahlen setzen, sondern auf die Bildung des Menschen zum eigenständig Denkenden und die Grundlagen eines freien Informationsflusses sorgen, in dem Jeder und Jeder die Möglichkeit hat, seine Gedanken zu äußern und entsprechend kanalisieren zu lassen. Die Überlegungen der Piraten zu einer Liquid Democracy sind richtig und wichtig, springen mit ihrem Glauben an einer technischen Lösung jedoch viel kurz. Eine Liquid Democracy, eine durchlässige Demkratie müsste dafür sorgen, dass Ideen und Meinungen wachsen können, sich zu Entscheidungen und Maßnahmen verdichten, um endlich die Grundlage unserer Gesellschaft zu werden.

Dass es im übrigen einige grundlegende Grenzen für Änderungen an unserer Grundordnung gibt, halte ich für richtig und wichtig. Es ist der doppelte und dreifache Boden sich zu fragen, ob das, was gerade geändert werden soll, wirklich von der Mehrheit einer Gesellschaft getragen wird.

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Schufa: Die Wahrheit wird euch freimachen

An der Westseite des Freiburger Kollegiengebäudes der Philosophischen Fakultät steht gut lesbar ein Zitat aus dem Johannes-Evangelikum: “Die Wahrheit wird euch freimachen”. Wie ausgerechnet im Streit zwischen Theologischer und Philosophischer Fakultät ein Zitat des Johannes an das neue Gebäude der Philosophen zu Beginn des 20. Jahrhunderts kommen konnte, wurde 2003 von Gerhard Kaiser in einer wunderschönen Schrift festgehalten. Für mich ist dieser Spruch aber immer Leitgedanke meines Studiums gewesen und geblieben: Die Wissenschaft muss die Wahrheit auch dann aussprechen und zu ihr stehen, wenn Glaube, Überzeugungen oder Interessen ihr entgegenstehen, weil so oft nicht sein kann, was nicht sein darf.

Als der Leitspruch über der Universität angebracht wurde, focht die Universität noch den Kampf zwischen Staat und Kirche aus. Wie wir an jüngsten Meldungen zu einem Forschungsprojekt der Schufa und des privaten wissenschaftlichen Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam sehen können, kämpft die Wissenschaft von heute einen ganz anderen und doch den gleichen Kampf wie damals, nämlich den zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, der Glaube von heute. Wie kann etwas Wissenschaft sein, wenn das Ergebnis bereits vorher festgelegt wurde? Denn das Ergebnis des Forschungsprojektes soll, so Peter Villa, Vorstand der SCHUFA Holding AG, Folgendes sein:

“In der Zusammenarbeit mit dem HPI wollen wir durch wissenschaftlich fundierte Ergebnisse langfristig die Qualitätsführerschaft unter den Auskunfteien in Deutschland sichern”

Die Kritik an diesem Forschungsprojekt ist vielfältig. Die einen sehen durch das Forschungsprojekt die Demokratie oder den Datenschutz in Gefahr, wieder andere darin gleich einen Verstoß gegen die Verfassung. Jede bisher geäußerte Kritik springt jedoch aus meiner Sicht zu kurz.

Das Forschungsprojekt ist richtig, aber von dem falschen Auftraggeber beauftragt. Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam würde der Wissenschaft und damit auch der Gesellschaft einen großen Dienst erweisen, wenn es aufzeigen würde, welche Gefahren wirklich in sozialen Neztwerken, der Verknüpfung von verschiedensten Datentöpfen und ihrer Auswertung liegt. Wenn es z.B. zeigen könnte, wie man den Verdienst einer x-beliebigen Person durch die Verknüpfung offener und selbst ins Internet gestellter Daten ermittelt oder wenn es zeigen würde, wie man den Gesundheitszustand und den voraussichtlichen Todeszeitpunkt eines Menschen schon heute ermitteln kann, dann würde es uns wie Schuppen von den Augen fallen: Nicht die Schufa oder Facebook bedrohen uns, sondern wir bedrohen uns selbst, wenn wir unsere Daten, unsere Wünsche, Hoffnungen und Freunde wildfremden Konzernen anvertrauen. Denn nichts anderes tun wir täglich, wenn wir bei Google suchen oder in Facebook kommunizieren. Die Dienste dort sind kostenlos, weil wir mit unseren Datenspuren bezahlen.

Dem Forschungsprojekt der Schufa ist also eher zu danken, weil es in wünschenswertester Offenheit zeigt, auf welche Gefahren wir gesellschaftlich zusteuern. Das Forschungsprojekt freilich sollte, wie oben dargestellt, umformuliert werden und der Auftraggeber sollte das Parlament sein. Denn die Wahrheit wird uns frei machen!

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Wie mir die deutsche Bahn zur deutschen Wired-Ausgabe verhalf

Vorab: Ich bin ein großer Freund der Deutschen Bahn, fahr lieber 2 Stunden länger Bahn als zu fliegen und nehme (fast) alles sehr gelassen hin, was mir im Alltag mit der Bahn so widerfährt, aber manchmal erleben selbst noch hartgesottene Bahn-Profis interessante neue Grenzerfahrungen.

Eigentlich ist das Wort Grenzerfahrung auch wirklich ein wenig übertrieben, aber ich staunte nicht schlecht als ich im 30 Minuten verspäteten ICE aus Stuttgart sitzend vernahm, dass der ICE heute Endstation in Frankfurt habe. Was würde wohl der Grund dafür sein, dass der Sprinter, der dieser ICE ab Frankfurt hätte werden sollen, heute ausfallen möge? Darauf gab es in der Durchsage der Bahn keine Antwort, allerdings wurde uns erklärt, wann der nächste, reguläre ICE nach Berlin fahren würde.

Wozu gibt es Bahn-Schaffner und eine Frage brachte Aufklärung: Der Sprinter fällt nicht aus, aber: “Sie haben ihn verpasst, weil der Sprinter ab Frankfurt als neuer Zug pünktlich losgefahren ist.” Das muss man erst einmal schaffen, einen Zug zu verpassen, in dem man sitzt! Über dieses philosophische Rätsel würde sich jedes Philosophieseminar wirklich freuen, der geneigte Bahnreisende indes war darüber nicht wirklich erfreut, zumal ich damit 2 Stunden später zu Hause war als geplant. Aber wie gesagt, ich fahre lieber Zug als zu fliegen.

Vielleicht werde ich ja doch auch konservativ und hätte vom Schaffner anstatt des lakonischen Hinweises auf die nächste Verbindung nach Berlin folgende Ansage erwartet: “Liebe Fahrgäste, auf Grund der aktuellen Verspätung unseres ICEs hat die Transportleitung entschieden, einen neuen Zug ab Frankfurt als Sprinter einzusetzen, den wir leider verpassen werden. Bitte haben Sie für diese Entscheidung Verständnis, da so viele Menschen rechtzeitig an ihr Ziel kommen werden. Sie haben nun die Möglichkeit, den Aufpreis für Ihren Sprinter mit einem Formular bei der Deutschen Bahn zurückzuerhalten.”. Aber vielleicht war das dem Zugchef so kurz vor Feierabend auch zu viel Text, auch irgendwie verständlich.

Den unverhofften Aufenthalt in Frankfurt habe ich dann allerdings genutzt, um die 2. Ausgabe der deutschen Wired zu kaufen und dann auf dem Bahnhof und im Zug von vorne bis hinten komplett durchzulesen. Ich habe hier durchaus einige Anregungen bekommen, bin aber letztlich von dem Heft enttäuscht. Zwar habe ich die amerikanische Wired auch 10 Jahre schon nicht mehr gelesen, habe aber den Eindruck, dass die Texte dort einfach länger, gehaltvoller und besser recherchiert sind. Letztlich ist die deutsche Ausgabe der Wired einfach nur ein Männermagazin für Technikgadgets und das ist mir viel zu wenig. Wo sind die philosophischen Hintergrundartikel, die Analysen zur Wirkung der Technik auf unsere Gesellschaft usw. Zwar ist die deutsche Ausgabe der Technology Review auch auf diesem Gebiet sehr schwach, dafür bietet sie aber hinsichtlich der technischen Entwicklungen gut recherchierte Hintergrundartikel. Die Wired ist so nur ein Lifestyle-Magazin, das in mir nicht die richtige Zielgruppe gefunden hat.

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Lob von Open-Source auf dem Desktop

Während sich Tablet-PCs immer weiter durchsetzen und den klassischen Desktops-PCs und Notebooks immer mehr Marktanteile abnehmen (man hört davon, dass Tablets in diesem Marktsegment bereits 10% erobert haben) und sich damit der Konsum auf spezielle Geräte verlagert, die zudem noch in geschlossenen Systemen wie in Apples Universum vollständig gekapselt sind, haben sich die Werkzeuge für den digital Produktiven immer weiter professionalisiert und sind in überwiegender Anzahl frei verfügbar. Das ist sehr erfreulich und ich möchte mich an dieser Stelle einmal ganz herzlich bei den vielen freien Entwicklern bedanken!

Da ich immer noch einige Spezialprogramme (GPS-Logger, DVD-Authoring-Software) besitze, die für mich nur unter Windows laufen, setze ich immer noch Windows XP (auch das finde ich ja toll) ein und folgende Open-Source oder Freeware-Programme:

7Zip (Kompression)
Antivir (Virenschutz)
Audacity (Audiobearbeitung)
CDBurnerXP (CDs brennen)
Ditto (Clipboard-Erweiterung)
Eraser (Dateien sicher löschen)
ExactAudioCopy (CDs rippen)
Gimp (Grafikbearbeitung)
Handbrake (Videos konvertieren)
IrfanView (fast jedes Bildformat ansehen)
Keepass (Passwörter verwalten)
LibreOffice (Office-Paket)
Notepad++ (leichter Editor)
Ntptime.exe (Zeit mit dem Internet synchronisieren)
PDFCreator (PDFs aus jeder Anwendung erstellen)
PDFSplit&Merge (PDFs schneiden und wieder zusammensetzen)
PDFXChangeViewer (PDFs ansehen und bearbeiten)
Putty (SSH-Client)
Search Everything (Festplatten extrem schnell durchsuchen)
StreamTransport (Videos downloaden)
System Explorer (Prozessübersichten des Desktops)
TrueCrypt (Festplatten verschlüsseln)
Treesize (Festplattenverbrauch kontrollieren)
Firefox (schneller Browser)
Chrome (noch schnellerer Browser)
Firefox-Addon: Webmaster-Tools (Webseiten analysieren)

Firefox-Addon: Pencil (Scribbles erstellen)

Firefox-Addon: Readitlater (Artikel mobil später lesen)

Firefox-Addon: Firebug (Webseiten analysieren)

Firefox-Addon: DownloadHelper (Videos einfach downloaden)
Firefox-Addon: Zotero (Artikel verwalten)
Thunderbird (Mails)
Thunderbird-Addon: HTMLonly (HTML in Mails kontrollieren)
Thunderbird Lightning (Termine verwalten)
VLC-AudioPlayer (Vidoes in allen Formaten abspielen)
WinHTTrack (Webseiten offline sichern)
WinSCP (FTP und sFTP-Client)

Ein echtes Desiderat bleibt der Video-Schnitt, aber ansonsten fühle ich mich doch sehr gut ausgerüstet.

Welche Open-Source-Software setzen Sie noch ein? Habe ich was ganz besonders Nützliches vergessen?

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Kollaboratives Erstellen von Texten im Unternehmen

Seitdem es die Wikipedia vorgemacht hat, glaubt nun eine ganze Internetwelt an die kollaborativen Erstellung von Texten. Sicher ist es nicht in jedem Kontext sinnvoll, Texte mit Vielen zusammen zu erstellen, wer jedoch schon einmal das vielfache Hin und Her von Worddokumenten im Überarbeitungsmodus in Unternehmen mitgemacht hat, will kollaborative Werkzeuge nicht mehr missen.

Zum einen gibt es die Wikis, die eher ein asynchrones Bearbeiten von Texten zulassen, die aber im Unternehmskontext realtiv einfach installiert werden können und in die eigene Infrastruktur eingebunden werden können. Zum anderen gibt es da aber auch das mittlerweile von Google übernommene und in die Open-Source entlassene Etherpad.  Etherpad ist ein browserbasiertes Tool zum kollaborativen Arbeiten, das man auf seinem Server selbst aufspielen kann.

Google bietet mit Google Docs ja eine ASP-Lösung für die kollaborative Erstellung von Texten an, aber wer darauf Wert legt, dass seine Daten auf den eigenen Servern bleiben, der ist mit Etherpad wirklich sehr gut bedient.

Eine weitere sehr starke Alternative insbesondere im Unternehmenseinsatz existiert mit dem Client-Server-System Gobby. Gobby ist für sämtliche Plattformen verfügbar und bietet ähnliche Annehmlichkeiten wie Etherpad mit einem Echtzeitchat und dem echten synchronen Bearbeiten von Texten, der jedem derzeit verfügbaren Wiki-Ansatz überlegen ist.

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Wikis im Unternehmenseinsatz

Ein beliebtes Bonmot in der Welt des Wissensmanagements lautet: Wenn IBM wüßte, was IBM weiß. An dem Wahrheitsgehalt dieses Spruches hat sich in großen Organisationen auch bis heute nichts verändert. (Im übrigen war mit Google oder Wikiquote innerhalb von 1 Minute nicht herauszubekommen, woher diese Weisheit stammt, weshalb hier der Aufruf zur Klärung ergeht).

Als ein sehr hilfreicher Ansatz zur Überwindung dieses Dilemmas in großen Organisationen hat sich das Wiki erwiesen, auch wenn man nicht glauben sollte, dass mit dem Einsatz einer Technologie das Problem schnell in den Griff zu bekommen ist. Die Technologie kann nur bei der Überwindung des Problems zur Seite stehen, es kommt immer noch darauf an, das Hilfsmittel richtig einzuführen und in die Prozesse einzubauen.

In großen Unternehmen hat sich das Wiki Confluence mittlerweile zum Quasi-Standard entwickelt, weil es sich vor allem durch seine Berechtigungsstruktur, Office-Integration und einfache Bedienbarkeit gegenüber reinen Open-Source Wikis absetzt. Nun hat aber die Hallo Welt! – Medienwerkstatt GmbH mit Blue Spice einen Mediawiki-Clon präsentiert, der vor allem für den Unternehmseinsatz vorbereitet ist. Ein Demo-Wiki gibt es hier: http://demo.blue-spice.org/index.php/Hauptseite. Das Wiki behebt einige der größten Schwächen von Mediawiki und bringt eine verbesserte Suche, einen WYSIWYG-Editor und einen PDF-Export mit.

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Können Roboter von Schafen träumen?

fragte Phlip K. Dick in seinem berühmten Science-Fiktion-Klassiker, der noch berühmter durch seine Verfilmung “Bladerunner” wurde. Die Zukunft hat längst begonnen und beginnt auch Ängste zu schnüren. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir kommen gerade durch die bionische Adaption menschlichen und tierischen Verhaltens große Zweifel darüber, ob Roboter nicht doch eines Tages zu einer großen Bedrohung für den Menschen werden können. Ich denke da vor allem an “bewafftnete Roboter”, die es vermutlich längst in den Armeen dieser Welt bereits einsatzfähig gibt und die nur darauf warten, sich ihre Anerkennung in einem gefeierten Einsatz z.B. gegen “den Terror” zu verdienen. Was denken Sie, werden Roboter für uns zur Bedrohung?

Anbei einige Videos zur Denkanregung:

Und der Hammer zum Schluss:

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Die Deutsche Bahn und ihr Bancard-Drama geht in die nächste Runde: Die BahnCard Business

Die Bahncard gibt es nun schon seit 1992, 2002 wurde der Versuch der Bahn erfolgreich abgewehrt, die Bahncard 50 abzuschaffen und nur noch die Bahncard 25 anzubieten. Nun hat sich die Bahn wieder eine nette Idee ausgedacht, um mehr Geld mit ihren besten Kunden, den Bahncardbesitzern, zu verdienen.

Denn die Bahn hat die BahnCard Business erfunden. Ab sofort können Großkundenrabatte nur noch mit dieser Bahncard Business erworben werden. Damit “zwingen” große Firmen ihre Mitarbeiter nun, eine Bahncard Business zu erwerben bzw. kaufen eine solche Bahncard, je nach interner Regelung, für ihre Mitarbeiter.

Das alles wäre ja überhaupt nicht schlimm, hätte sich die Bahn dabei nicht ausgedacht, dass es ja für eine Bahncard Business überhaupt gar keine Partnerbahncard mehr geben kann. Eine Partnerbahncard gab es bisher für die Hälfte der Hauptkarte. So zwingt die Bahn nun Partner über ihren Arbeitgeber sich zwei volle Bahncards zuzulegen.

Nur ein Unternehmen, zu dem es praktisch keine Alternative gibt, kann sich einen solchen Umgang mit ihren besten Kunden leisten.

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Ho – Ho – Holzspielzeug: Prenzlauer-Berg

Vor einiger Zeit hatten wir hier in diesem Blog bereits einmal einen Beitrag zum Prenzlauer Berg in Berlin mit sehr schönen Youtube-Videos. Nun möchten wir euch aber auch Rainald Grebes Song über den Prenzlauer Berg nicht vorenthalten, der einfach sehr geniale und passende Textpassagen enthält:

Man möge mir die vielen Zitate aus dem Song verzeihen, aber sie sind jedes einzelne Wort wert und müssen daher hier veröffentlicht werden:

  • “Die Mieten hier sind bezahlbar, denn ich kann sie ja zahln”
  • “ja sind denn alle hier abhängig? voll auf Litschi und Holunder”
  • “vom Himmel fällt Holzspielzeug”
  • “Die Menschen sehen alle gleich aus, irgendwie individuell”
  • “schwarz-grün wird die Republik, hier ist sie es schon”
  • “auf dem Nachtisch die Bibel und der Manufaktum-Katalog”
  • “Prenzlauer-Berg, Prenzlauer-Berg, schau mal da oben: Biofeuerwerk”
  • “Ho -- Ho -- Holzspielzeug”
  • “Wäre Hertha BSC ein Yoga-Verein, hier wär alles blau-weiß”

Große Klasse ist auch das Einmischen von Icke & Ers “Richtig geil” und Bioleks Zitat aus dem in der RBB-Dokumentation von 2009, dass der Prenzlauer Berg so toll sei wie New York vor 25 Jahren. Besonders schön ist auch, dass Rainald Grebes in seinem tollkühnen Indianerkostüm eigentlich keine Beachtung während der Aufnahmen findet …

Zur Liebe des Details veröffentlichen wir die beiden genannten Dokumentation hier noch einmal zusammen mit der Dokumentation des Unbekannten auf Youtube, wie es denn hier vor 20 Jahren “vor der Invasion” ausgesehen hat:

Und last but not least: Icke & Er

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“indigene Kotze” in Berlin

Die Jungle World hatte es geprägt und sogar die WELT zitiert. Die Rede ist von der “indigenen Kotze” der Einheimischen, die man in Kreuzberg gewillt ist zu akzeptieren, aber die Kotze von den Touristenhorden, die fremde Kotze, nicht. Die Kritik an dieser – freilich überspitzten – Sichtweise teile ich durchaus.

Allerdings ist es schon etwas skuril, wenn man morgens um 7:30 Uhr, sozusagen auf dem Weg zur Arbeit, seltsame Geräusche vor seinem Fenster hört und mal lieber nachguckt, ob vielleicht jemand Hilfe benötigt und dann eine kotzende Touristin vor seinem Fenster erblickt, auf die ihre Begleiterin hysterisch lachend zeigt.  Und wenn man dann abends beim Spaziergang neben sich einen jungen Berlintouristen erblickt, der an die Ampel pinkelt, fragt man sich schon, was das soll. Beide Begebenheiten haben sich freilich nicht in Kreuzberg, sondern im Prenzlauer Berg an der Eberswalder Straße abgespielt, wo ja alles so verbürgerlicht geworden sein soll.

Ich liebe Berlin für seine Liberalität, finde Anwohner komisch, die sich über zu laute Traditionsclubs beschweren, Konzerte im Roten Salon juristisch bekämpfen und ich finde auch Autonome grotesk, die sich über Touristenhorden beschweren, aber hyterisch lallende Touristinnen und pinkelnde pseudobefreite Vorstadtjugendliche will ich eigentlich nicht sehen. Barcelona soll auch eine tolle Stadt sein. Und in Barcelona kann man den nightclubbegeisterten Partypeoplen auch ganz bequem den Weg zum unweit entfernten Ballermann weisen.

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